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Im Krankenhaus – Reine Einstellungssache

Nach der Erstmanifestation kommen drei Wochen auf der Kinderstation. Drei Wochen, in denen du zwischen Krankenhaus und Arbeit pendelst. Drei Wochen schlechtes Gewissen wegen deinem anderen Kind, was kriegt es mit, vernachlässigen wir es?

Aber auch drei Wochen mit engagierten Schwestern, Ärzten und anderen Betreuern. Sie erklären dir, wie du mit der Krankheit umgehst, schulen dich, bringen dir mit Engelsgeduld bei, was Langerhans’sche Inseln sind, wie du den Blutzuckerwert bestimmst und warum der „Honeymoon“ so ganz anders als normale Flitterwochen ist. Das beste ist übrigens die Information, dass Hanuta – rein diabetologisch betrachtet – sehr gut ist. Klasse, sofort schaffst du einen Jahresvorrat Haselnusstafeln an. Natürlich musst du auch ständig kontrollieren, dass die noch haltbar sind. Man will ja kein Risiko eingehen.
Viele Informationen. Muss ich das alles wissen?

Ja. Denn jetzt kommt der gruselige Teil. Es geht ab nach Hause, ab in den Versuch eines Alltags. Weg aus der medizinischen Geborgenheit der Klinik. Ab jetzt hast du die Verantwortung. Ab jetzt bist du Arzt und Krankenschwester, ab jetzt triffst du die therapeutischen Entscheidungen. Natürlich stehst du im Kontakt zum Arzt. Aber letzten Endes musst du es umsetzen, musst du mitten in der Nacht die richtige Entscheidung treffen.

Ob sie richtig ist oder nicht, sagt dir auch das Licht…